London liefert Hacker an USA aus – ihm drohen 70 Jahre Haft

Aktualisiert am 28.08.2008 35 Kommentare

Er hatte angeblich dutzende Computer des US-Militärs und der Nasa geknackt, jetzt kommt der 42-jährige Brite Gary McKinnon in die Fänge der US-Justiz.

Berufung verloren: Gary McKinnon.

Berufung verloren: Gary McKinnon.
Bild: Keystone


Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg lehnte McKinnons Berufung gegen eine Auslieferung an die USA ab. Der 42-Jährige werde in den kommenden zwei Wochen ausgeliefert, erklärte seine Anwältin in London. In Amerika droht ihm eine 70 Jahre lange Haftstrafe wegen Sabotage.

Auf der Suche nach Ufo-Infos

Der Arbeitslose soll zwischen 2001 und 2002 fast 100 Computer von einer Wohnung in London aus angezapft haben. McKinnon gestand, die Computer gehackt zu haben. Er sagte aber, er habe aus Neugier gehandelt und nach Informationen über Ufos suchen wollen.

«Er ist wegen der Entscheidung am Boden zerstört», sagte Verteidigerin Karen Todner. «Unser Mandant steht nun vor einer Strafverfolgung und Haft Tausende Meilen entfernt von seiner Familie, in einem Land, das er nie betreten hat.» Zudem sei bei ihm das Asperger-Syndrom diagnostiziert worden.

USA: Wie ein Terrorist zu behandeln

Die US-Behörden beschuldigen McKinnon, kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 Daten gelöscht und ein wichtiges System beim Militär lahmgelegt zu haben. Weil sein Vergehen unter Umständen wie Terrorismus zu behandeln sei, droht ihm lebenslange Haft.

McKinnon hält das für Verletzung seiner Menschenrechte. Der Mann wurde in Grossbritannien 2002 festgenommen, aber nie angeklagt. McKinnon hat in seiner Heimat bereits vor einem Monat die Berufung vor dem House of Lords verloren. (cpm/ap/sda)

Erstellt: 28.08.2008, 17:23 Uhr

35 KOMMENTARE

Visvanath Ratnaweera

@C. I. Ackermann und alle Die 700 Millionen Dollar war ein Fehler, es war 700'000 USD. Moral - nie aus dem Gedächtnis zitieren ;-) Trotzdem, ein unmöglicher Betrag auch für Verdienende. Zugegeben, verglichen mit den Schadenanklagesummen in den USA noch ein humaner Betrag. P.S. Bereits am Sonntag habe ich hier geantwortet, anscheinend in den Abfall gelandet. Auch meine E-Mail vom Montag bleibt unbeantwortet.


freegorem freegora

naja....... also eines ist klar, er ist ein genie und zweitens auch sehr interessant für die geheimdienstler. die amis wollen von ihm lernen/informationen... hacken ist nicht einfach beim us-militär. manche hier tuen so als könnte das jeder der vor einem pc sitzt.. des weiteren gibt es auslieferungsgesetze...spezielle abkommen in speziellen fällen....


Uncle Sam

Der Typ ist ja selber Schuld. Wieso müsste er dutzende Computer des US-Militärs hacken!!! Solche möchte gern "Hackers" gehören am besten nach Guantanamo.


C.I. Ackermann

@ Visvanath Ratnaweera Vielleicht sollten Sie die Website, die Sie in erwähnen genauer lesen. Der Schaden wird nicht mir 700 Millionen US Dollar sondern mit 700'000 US Dollar beziffert.


Otto Just

Ich bin erschüttert, dass der Gerichtshof für Menschenrechte gegen die eigenen Prinzipien und Anschauungen verstößt. Für mich klingt das weniger nach Auslieferung, sondern ich bezeichne es treffender Deportation. Grüße aus Österreich


Danilovic Momo

Die eigenen Bürger ausliefern? Briten, waren eine stoltze nation Heute sind nur noch Amerikanische befehl empfenger.


Rolf Raess

So frei ist die Schweiz leider schon lange nicht mehr, wie der Herr aus Hongkong meint. Die Distanz mag seine Sicht etwas vernebeln... Ich habe mich schon immer gefragt, wieso alt BR Blocher so gerne zu ex Justizminister Gonzales (USA) gereist ist. Nun wissen wir es: er hat dem jetzigen Unrechtsregime (Gonzales musste zurücktreten, weil er Richter unter Druck gesetzt hatte) Handlangerdienste geleistet und die Akten vernichtet in der hängigen Sache HH. Tinner... Sowohl die Administration Bush noch alt BR Blocher haben eine Ahnung von Demokratie: weil sie nichts von der Gerwaltentrennung halten! Blocher in der Türkei. macht schweizerische Gesetze lächerlich und Mr. Gonzales weiss auch nicht, dass in einer Demokratie die Executive, die Legislative und die Judikative getrennt sein müssen. Wo ist denn sonst der Unterschied zur Diktatur? Dort ist eben alles vereint... Heil! - Sie erinnern sich vielleicht?


wendo miliband

mr. coolman.. genau so ist es.. usa hat rieseninteresse an ihn und tut so als ob er in den knast muss für 70 jahre.. der typ wird ein königliches leben führen dort... und im dienste der usa stehen.. motto der usa: mach dir deine grössten feinde zu bediensteten..


Mr Coolman

Die Amis werden so tun, dass sie ihn verurteilen wollen, dann sitzt er weitere 2 Jahre in Haft. In dieser Zeit werden Gespraeche gefuehrt und dann wird er ein Berater und kann eine eigene Security Firma gruenden. Warum ? Weil er zuviel weiss... und die Systeme der Amis schuetzen kann...


R. S.

Also wenn er wirklich aktiv sich zu den Servern durchhacken musste, war es meiner Meinung nach eine Straftat und solche müssen bestraft werden und zwar dort wo sie begangen wurden, nämlich auf den Servern in den USA. Doch die grosse Frage ist doch, wieso diese Server nicht richtig geschützt sind? Nehmen wir mal ein kleines Beispiel aus der Schweiz: Wenn ich Zuhause ein Wireless-Netzwerk aufbaue und dieses nicht schütze, dann kann ja jeder über dieses Netzwerk ins Internet und z.B. Raubkopien veröffentlichen. Wird dies festgestellt, erhalte ich ein Problem mit dem Gesetz, da ich mein Netzwerk nicht Verschlüsselt habe. Wenn wir das nun auf etwas grösser auf diesen Fall betrachten, dann müssten doch die NASA, das US-Militär und all jene angeklagt werden, weil Sie nicht befugten Personen den Zugang zu klassifizierten Daten zu leicht gemacht haben...


D. H.

@Theo Blatter: Das ist genau der störende Punkt. Der Hacker hat in seiner Heimat gegen kein Gesetz verstossen, hat sich also gemäss den Gesetzten in seinem Land völlig korrekt verhalten und kann deshalb gar nicht verurteilt werden. Der britische Staat umgeht das Problem jetzt mit der Auslieferung an einen anderen Staat. Für den Hacker ist das schlimm, aber es wirft auch grundsätzliche Fragen auf. Wie soll ein Staat seinen Bürgern Rechtssicherheit garantieren, wenn jederzeit die Möglichkeit besteht, dass man als Bürger von einem fremden Staat belangt wird, weil man gegen dessen Gesetze verstossen hat? Das bedeuted, dass britische Bürger sich an alle Gesetze sämtlicher Staaten auf dieser Welt halten müssten. Werden demnächst auch britische Bürger ausgeliefert, weil sie sich nicht an die Sharia gehalten haben? Oder weil sie die kommunistische Partei kritisiert haben? Die eigenen Bürger an einen anderen Staat auszuliefern ist ein absolutes Unding. Es untergräbt die Souverenität des eigenen Staates. Meiner Meinung nach ist die Legitimation des britischen Staates an sich in Frage gestellt, weil er offenbar die Rechtssicherheit gegenüber seinen Bürgern nicht mehr gewährleisten kann. Jederzeit kann ein anderer Staat reklamieren, dass ein britischer Bürger gegen seine Gesetze verstossen hat und dann die Auslieferung verlangen.


Visvanath Ratnaweera

Damals hat die Grossbritannien das (römische) Recht in ihr Imperium hergestellt. Heute ist sie eine Marionette der USA. Ist es nicht eine Ironie? Oder, eine Manifastion der Dharmachakra? Die Schuldfrage ist noch (nach 6 Jahren?) nicht geklärt. Also, von Schuld kann nicht die Rede sein. Es steht fest: - Die Taten wurden auf englichem Boden begangen - Die Rechner der höchsten Sicherheitsstufe haben Hackerversuche eines Ameteurs nicht stand gehalten Hingegen reden die US-Behörden von Terrorismus und Schaden der Höhe von 700 Millionen Dollar! In meinen Augen suchen sie Sündenböcke statt ihre inkompetente Verwalter bzw. Administratoren zu bestrafen. BBC hat ein eindrückliches Profil zusammengestellt: http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/4715612.stm Und das Interview damals ist sehr eindrücklich http://news.bbc.co.uk/2/hi/programmes/click_online/4977134.stm (siehe Video).


T. Hürlimann

Das Ganze finde ich höchst ironisch tragisch. Also wenn die USA ihre geheimen Geheimnisse so schlecht schützt dass jeder bessere Programmierer auf die Server zugreifen kann dann sind sie selber schuld. Ich denke nicht dass Hacken an sich eine Straftat sein kann, denn wären die Systeme wirklich sicher, dann würden die Angriffe keinen Erfolg haben - also hat jemand seinen Job nicht gemacht, der Hacker hat das lediglich aufgezeigt. Etwas Anderes ist es wenn Hacker zuerst physische Massnahmen ergreifen müssen (spionage vor Ort, entwenden von Sicherheitskarten, Schlüsseln, etc), aber der hier war ja nie in den USA.


Donald Duck

Es ist immer die gleiche Tour: Wer das gleiche, oder in diesem Fall sogar viel weniger schlimmes, das wir straffrei gegen andere tun, plötzlich gegen uns tut, muss mit drakonischen Strafen rechnen. Wieviele Länder besprechen denn zur Zeit gerade das präventive Eindringen in fremde Computer (zur Sicherung der eigenen Interessen)? Der Westen hat jegliches Mass verloren und eine pathologische Verlogenheit entwickelt. Wenn etwas in unserem Interesse ist, ist jedes Mittel recht, um das Ziel zu erreichen (z.B. Zugang zu endlichen, natürlichen Ressourcen sichern). Wenn das gleiche Verhalten gegen unsere Interessen ist (also jemand anders sich diesen Zugang sichern will), dann ist es des Teufels (oder tagesaktuell des Medwedews) bzw. ein terroristischer Akt.


Schweizerlein .

Auch deshalb sollte die Schweiz nicht in die EU. Die eigenen Bürger werden ausgeliefert, Bombenanschlags-Massenmörder nicht.


Theo Blatter

Ich finde es richtig, dass dieser Hacker in den USA angeklagt wird. Schliesslich entstand der Schaden auch in den USA und in Grossbritannien wuerde es nicht einmal zu einer Anklage kommen. Und Mr McKinnon hat mit seiner hackerei gegen die Gesetze verstossen, also ist es auch richtig das er die Konsequenzen tragen soll.


Olav Egger

Und wieder ist Europa der kleine Bruder von den USA. Da wird brav gehorcht und gemacht, was der grosser Bruder diktiert. Wozu brauchen wir überhaupt europäische, internationale etc. Gerichtshöfe, wenn sich die USA erstens nicht daran halten und zweitens grundsätzlich machen was ihnen passt. Die USA pervertieren den Rechtsstaat seit Jahren. Die Gerichtsentscheide und das Verhalten von Grossbritannien und des Europäischen Gerichtshofes sind eine Schande für ganz Europa! Die eigenen Bürger einem Schurkenstaat ausliefern. Shame on you!


rol mei

Der Schoßhund der USA


Jeremy P.

Bleibt anzufügen, dass die USA sich stets geweigert haben, Amerikaner wegen noch so schwerwiegenden Verbrechen (s.a. Kriegsverbrechertribunal) an irgendwen auszuliefern. Den britischen Bürgern ist hier wirklich nicht zu helfen: USA-hörige und abhänginge Politiker. Bleibt zu hoffen, dass die gleichen Elemente in der Schweiz (Blocher, et al) nie genügend Macht erhalten um eigene Landsleute zu verschachern - Gegenleistung für gute (Wirtschafts-) Beziehungen, s.a. Tinner und co.


Roman Schneider

Würde das die Schweizer Regierung auch tun? Aufgrund der heutigen Gesetzeslage wohl kaum. Aber wir sind auf dem besten Weg dahin. Wir müssen ja alles nachmachen. Die Privatisierungswelle kommt ja auch aus Grossbritannien und was haben die jetzt? Eine bankrotte und marode Eisenbahngesellschaft, private Wasserversorger, die so teuer sind, dass sich die normalen Leute sich das tägliche Wasser gar nicht mehr leisten können, Überwachung und Bewegungsprofile von allen Bürgern in den Innenstädten, biometrische Erfassung aller Bürger, Fingerabdrücke für die Ausweiserstellung, heimliche Erstellung von DNA Profilen, Verkauf der Bürgerdaten an Banken, Versicherungen etc. und zu guter letzt sind die Daten so schlecht geschützt, dass sie plötzlich auf CDs und Festplatten verloren gehen oder bei Ebay gekauft werden können. Wollen wir das auch alles in der Schweiz? Wir sind auf dem besten Weg dazu! Deshalb empfehle ich jedem, unterschreibt das Referendum gegen die Erfassung von biometrischen Merkmalen in Ausweisen und Pässen in der Schweiz unter www.freiheitskampagne.ch . Oder wollen wir, dass diese sensiblen Daten zukünftig zentral beim Bundesamt für Polizei in Bern gespeichert werden? Wehret den Anfängen! sonst Enden wir noch so wie Grossbritannien.


Hinz und Kunz

Die eigenen Bürger ausliefern? Eigentlich bereits Grund genug, GB wegen Verletzung der Menschenrechte zu boykottieren


Heinz Rohr

Der Typ ist ja noch nicht einmal verurteil, was regt ihr euch auf. Zudem werden ist der Schaden in den USA entstanden, insofert gehört er nach den dortigen Gesetzen auch beurteilt. Ich finde das richtig so, sonst könnte jeder Hacker auf eine quasi-rechtsfreie Insel und dort ungestraft Kriminelles im Netz anstellen.


Bad Luck

Let's face it. Wer kriminelle Taten begeht, muss sich nicht beschweren. In der Schweiz haben wir einfach zuviel Mitleid mit solchen Querulanten, die der Gesellschaft nichts bringen.


Georg Ritter

Man überlege sich, was Schweizern widerfährt, wenn die Schweiz Mitglied der EU ist. Liefert sie dann auch ihre Bürger aus?


Kater Carlo

Da muss einiges an politischem Druck dahinter stehen. Wie kann ein eigener Staatsbürger ausgeliefert werden an ein Land wie die USA. Ich gehe einig mit all den Bemerkungen - Amerika hat sich von einem freien Staat stark in Richtung Rechts bewegt. Gruss aus Chicago.


jack Panzerknacker

Es ist schon eine Ironie, so intelligent und doch arbeitslos?, dann der Fehler des Lebens. Ins fast uneindringliche amerikanische Sicherheitssystem eindringen! Wie dumm, solche Leute verdienen bei UBS als Programmierer Millionen?!? :-(


pipa po

Irgendwer muss ja schuld sein, dass die Geheimdienste und das Militär vor dem 11.9. versagten...


D F

An einen Folterstaat wie die USA sollte man niemand ausliefern. Denn von Menschenrechten haben die Amis ja überhaupt keinen Respekt, vorallem wenn es sich um vermeintliche Terroristen handelt.


Hugo Ferrari

Seht wie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg eine Berufung gegen eine Auslieferung eines EU-Bürgers an die USA ablehnt. In diesem Fall interessiert mich nicht die gloorreiche Fantasie der US-Gerichte. Was das "moderne" Europa mit seinen Bürger macht, sollte uns viel mehr interessieren.


A D

Interessant ist, dass die USA ihm angeblich die 700 000 Dollar aufbürden wollen, welche sie investiert haben, um ihre Systeme sicherer zu machen. Etwas, dass sie bereits vorher hätten machen sollen. Blöd ist auch, dass die anderen Cracker, welche angeblich auch in die Systeme eingedrungen sind, nicht gefasst wurden. Mal schauen, ob die Richter genau hinsehen, wenn es darum geht die Stichhaltigkeit der Beweise zu bewerten. Das wird reichlich schwierig, wenn schon nur der Verdacht auf andere Cracker besteht. Digitale Spuren sind sehr leicht zu fälschen.


Roland Weidmer

Ein Grund mehr, deren Server zu hacken, Top-Level-Domain-Server zu zerstören!


Enrico Schläpfer

Tragisch - Eine Nation die einst die Welt beherrscht hat liefert heute ihre eigenen Leute aus. An ein Land, für welches eine wirkliche Demokratie ein Fremdword ist... Schweizer steht zu dem was wir sind!!!!!!!!!!! Ein freies Land. Hoffentlich werden wir all diesen fremden Mitbewerbern widerstehen können! Gruss aus Hong Kong


Marc Müller

Unglaublich, dass die Briten einen britischen Staatsbürger an die USA ausliefern.


Freddy N.

bislang ist es doch so, dass wenn man im Internet ist, die Gesetzte gelten, in denen man sich aufhält?


Alex Zogg

Was für ein mieser Staat, der seine eigenen Bürger ausliefert.



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