Alkohol erhöht das Krebsrisiko – doch niemanden kümmerts

Aktualisiert am 01.09.2008

Eine Mehrheit der Bevölkerung glaubt, Krebserkrankungen würden vor allem durch Umweltgifte oder Stress verursacht – doch Alkoholkonsum ist viel gefährlicher.

Über die Ursachen von Krebserkrankungen kursieren viele falsche Annahmen, heisst es in der Studie, bei der 30'000 Menschen in 29 Ländern befragt wurden. Sie wurde anlässlich des Weltkrebskongresses in Genf veröffentlicht, der heute begann. Wichtig sei deshalb eine umfassende Informationsarbeit, folgerte die Internationale Vereinigung gegen Krebs (UICC), die den Kongress organisiert.

Alkoholkonsum als unterschätzter Risikofaktor

Das Krebsrisiko steige mit dem Alkoholkonsum, hält die UICC fest. 42 Prozent der Befragten aus Wohlstandsländern glauben jedoch, dass Alkohol keinen Einfluss habe. 57 Prozent denken hingegen, dass Stress und die Umweltverschmutzung wichtige Risikofaktoren sind. Zudem meinen 59 Prozent der Befragten, dass sie das Krebsrisiko mindern können, indem sie Früchte und Gemüse essen.

Dies sehen Wissenschafter anders: Stress wird überhaupt nicht und Umweltverschmutzung nur am Rande als Ursachen gesehen. Und dass Gemüse und Früchte das Risiko mindern, ist laut der UICC weniger stark belegt als der schädliche Einfluss von Alkohol.

Andere Sichtweise in Entwicklungsländern

Differenzen in der Wahrnehmung stellten die Forscher zwischen den Befragten in Wohlstandsländern und jenen in Entwicklungsländern fest. Während in letzteren 48 Prozent der Meinung waren, man könne nicht viel tun, um Krebs zu verhindern, denken dies in reichen Ländern nur 17 Prozent.

Generell glaubten die Befragten, dass nicht beeinflussbare Faktoren wie zum Beispiel die Luftverschmutzung mehr Einfluss hätten als jene, die vom Verhalten abhängen, hält die Studie fest. Für den designierten UICC-Präsidenten David Hill zeigt dies, dass die wichtigen Botschaften bislang nicht gehört worden seien.

Für die Studie hatten die Forschungsinstitute Roy Morgan Research und Gallup International ingesamt 30'000 Menschen in 29 Ländern befragt. (raa/sda)

Erstellt: 27.08.2008, 17:07 Uhr

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